Die Insbettbringmaschine und was ist ein Traum?
Autorenlesung von Sylvia Graupner in der Unterstufe
S. Pohl , März 2023
Die Autorin und Illustratorin Sylvia Graupner besuchte vom 13. bis 17. März 2023 die Unterstufenkinder unseres Schulhauses. In ihrem Gepäck hatte sie einen grossen Fisch, der ihre Bilderbücher auf seinem Bauch präsentierte.
Das erste Buch, das sie vorstellte, war «Die famose Insbettbringmaschine». Die Idee für diese Geschichte bekam sie von ihrem Sohn, der sich diese Maschine mit 6 Jahren wünschte. Die wunderschönen Bilder in diesem Buch sind auch von ihr gezeichnet.
Tim möchte nicht ins Bett, nur wenn das eine Insbettbringmaschine für ihn macht. Die soll ihn waschen, den Pyjama anziehen und auch die Zähne putzen. Kein Problem für Mama, die in den Keller geht und die Maschine bastelt. Doch leider bringt die Maschine nicht nur Tim ins Bett, sondern jede Person, die die Maschine zwischen ihre Krallen bekommt -auweia, da sind von der Nachbarin über den Hund bis zum Schornsteinfeger einige dabei.
Als Frau Graupner die Erst- bis Drittklässler fragte, welche Maschinen sie gerne erfinden würden, hörten wir von einer Hausaufgaben-, einer Dessert- bis zu einer Ferienmaschine.
In der zweiten Geschichte des Buches «Was ist ein Traum» erzählte uns die Autorin vom Maulwurf Jonas, welcher der Frage nach der Magie der Träume nachgeht.
Dazu bekommt er viele unterschiedliche Antworten von verschiedenen Tieren. «Ein Traum ist wie ein Buch in einer fremden Sprache», sagt ihm der Fuchs. Der Bär findet einen Traum wie eine schöne Melodie, der Hase wie ein Fernrohr, das in die Seele schaut und auch Eule, Maus und Ameise haben Ideen dazu.
Sylvia Graupner untermalte ihre Erzählungen ähnlich wie in einem Traum mit Flöte und Trommelklängen und stellte den Kindern Fragen, mit denen sie weit in die Geschichte eintauchen konnten. Die philosophische Frage, was eine Seele ist, gab viele schöne Vorstellungen der Kinder preis.
Die Kinder erzählten von schönen und nicht so schönen, sogar von Alpträumen.
Damit Alpträume erst gar keine Chance haben, empfiehlt die Autorin den Kindern, eine Zeichnung von einem schönen Traum über das Bett zu hängen und es vor dem Einschlafen anzuschauen. Das malten sie gleich nach der Lesung.
Am Ende befragten die Kinder die Autorin noch zu ihrer Arbeit. «Wie lange braucht es, bis Sie ein Buch fertig haben?», «Malen Sie erst die Bilder oder schreiben Sie zuerst die Geschichte?» waren ein paar der Fragen.
Sylvia Graupner erzählte, wie sie für das Jonas-Buch zum Beispiel erst einmal einen Maulwurf genau studierte. Für seinen Körperbau stellte sie sich ein Schleichtier als Modell auf und zeichnete es ab. Es brauchte viele Entwürfe und erst als ihre Zeichnung in schwarz-weiss mit dem Verlag besprochen wurde, kam Farbe ins Spiel. Gerne klebt sie auch Papiere auf das Bild, die sie übermalt, um dem Bild Struktur und Tiefe zu geben.
Fasziniert vom Beruf einer Autorin und Illustratorin sowie von der «Insbettbringmaschine» gingen die Kinder in ihre Klassenzimmer zurück, wo noch weiter über den Ausflug in die Literatur von Sylvia Graupner gesprochen wurde.
Wir wünschen allen Lesenden viele schöne Träume und dass das Zubettgehen auch immer ohne Maschine gut funktioniert.