Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Bühnenbild

Nachhaltiges Lernen durch „Spielen Plus“

R. Sgier & Ch. Finney, März 2026

In der Schule wird im Kindergarten und in der Unterstufe bewusst nach dem Konzept von „Spielen Plus“ gearbeitet. Wir sind überzeugt: Nachhaltiges Lernen entsteht dort, wo Kinder aktiv sind, wo sie handeln, erleben, reflektieren und sich als wirksam erfahren.

Unser Unterricht besteht nicht nur aus Papier und Stillsitzen, sondern aus Bühne, Marktständen, Gesprächen, Bewegung, Musik, Denken und Lachen.

Wir freuen uns, wenn Sie als Eltern sehen: Ihre Kinder lernen bei uns mit Freude. Genau das ist die beste Grundlage für langfristigen Lernerfolg.

An unserer Schule durften wir in den vergangenen Wochen gleich zwei besondere Projekte erleben, die beispielhaft zeigen, wie lebendig und praxisnah Lernen bei uns gestaltet wird. Hier geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Projekte von Kathrin Lang (Kindergarten) und Sarina Cescutti (1.Klasse).

Eine Königin, welche die Zeit vergass – und ein Kindergarten, der über sich hinauswuchs

Im Februar, kurz vor den Sportferien, führte der Kindergarten Alpen IV das Musical „D’Königin, wo d’Ziit vergässe het“ auf. Es war ein voller Erfolg!

Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit standen unsere jüngsten Kinder auf der Bühne, sangen, spielten, tanzten und sprachen ihre Texte mit einer Präsenz, die uns alle tief berührt hat. Es ist immer wieder erstaunlich, wozu Kindergartenkinder fähig sind, wenn man ihnen Raum, Vertrauen und die richtigen Lernsettings bietet.

Unsere Kindergartenlehrperson Kathrin Lang setzt in ihrem Unterricht auf das Konzept Spielen Plus, das sie im Rahmen ihres CAS an der PHZH kennenlernen durfte. Dieses pädagogische Verständnis verbindet freies Spiel mit gezielter Lernbegleitung. Kinder lernen dabei nicht „nebenbei“, sondern hochkonzentriert und mit echter innerer Motivation.

Gerade im Theaterprojekt wurde sichtbar, was Spielen Plus bewirken kann:

  • Sprachförderung auf natürliche Weise: Die Kinder erweitern ihren Wortschatz, üben Satzstrukturen und verbessern ihre Ausdrucksfähigkeit im authentischen Kontext.
  • Auftrittskompetenz und Selbstvertrauen: Vor Publikum zu stehen stärkt Mut, Körpersprache und Stimme.
  • Soziale Kompetenzen: Zuhören, aufeinander reagieren, Absprachen einhalten und gemeinsam ein Ziel verfolgen.
  • Exekutive Funktionen: Sich Texte merken, Rollen einnehmen, all dies fördert Konzentration und Selbststeuerung.
  • Kreativität und Problemlösefähigkeit: Szenen mitgestalten, Bewegungen entwickeln, Ideen einbringen.
  • Emotionale Entwicklung: In Rollen schlüpfen hilft, Gefühle zu verstehen und Empathie aufzubauen.

Lernen im Kindergarten bedeutet entdecken, ausprobieren, darstellen, fragen, lachen  und dabei zentrale Grundlagen für die weitere Schullaufbahn erwerben.

Hier ein paar Eindrücke vom spannenden Theater der Kindergartenkinder:

Auch in der Unterstufe wird gespielt

Auch in der Unterstufe wird das Lernen bei uns handlungsorientiert gestaltet. In der 1. Klasse von Sarina Cescutti wurde das Klassenzimmer kürzlich zu einem bunten, geschäftigen Marktplatz. Mit grosser Begeisterung planten, bastelten und organisierten die Kinder ihren eigenen Markt und zwar von der Idee bis zur Durchführung. Auch Sarina Cescutti absolviert derzeit den spannenden CAS Lehrgang Spielen Plus an der PHZH.

Die vier Augen der beiden Schulleiterinnen kamen richtiggehend zum Leuchten, vereinte doch auch dieses Projekt auf eindrückliche Weise verschiedene Lernbereiche:

  • Mathematik wurde konkret erfahrbar: Zahlen hatten plötzlich eine Bedeutung, Rechenoperationen einen echten Zweck
  • Sprachkompetenz wurde gestärkt: Die Kinder übten vollständige Sätze, erklärten Produkte und führten Dialoge
  • Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein wuchsen: Jedes Kind hatte eine Aufgabe und trug zum Gelingen bei
  • Soziale Kompetenzen wurden gefördert: Absprachen treffen, einander helfen, geduldig bleiben, auch wenn es einmal hektisch wurde
  • Alltagskompetenzen entstanden ganz nebenbei: Ein erstes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und den Wert von Geld

Beide Projekte zeigen exemplarisch, wie wir an der Schule Alpen Lernen verstehen: lebensnah, aktivierend und mit allen Sinnen.

Unser Marktprojekt in der Klasse 1g

S. Cescutti, März 2026

Spielerisches, beiläufiges Lernen ist für Kinder im Alter von vier bis acht von grosser Bedeutung. In Spielprojekten können Kinder beiläufig und aus eigener Motivation lernen. Genau das konnten die Kinder der Klasse 1g in unserem Marktprojekt erleben. Das Projekt dauerte von den Weihnachtsferien bis zu den Sportferien.

Zu Beginn besuchten wir gemeinsam den Markt in Oerlikon. Dort sammelten die Kinder viele Ideen für unseren eigenen Klassenmarkt. Zurück im Schulzimmer überlegten wir als Klasse, welche Stände es geben könnte. In Zweiergruppen planten die Kinder ihren eigenen Stand. Es entstanden viele verschiedene Stände: ein Fischstand, eine Bäckerei, Dosenwerfen, ein Schmuckstand, ein Fotostand, ein Glücksrad, ein Gemüse- und Früchtestand, ein Burger-und-Pommes-Stand sowie eine Bahn.

Mit viel Kreativität bastelten die Kinder ihre Verkaufsgegenstände aus verschiedenen Materialien wie Karton, Papier, WC-Rollen, leeren Flaschen, Verpackungen und Salzteig. Die Kinder hatten viele tolle Ideen und arbeiteten sehr engagiert. Zudem gestalteten sie Plakate für ihre Stände und schrieben Preislisten. Sie lernten die Münzen und Noten kennen und übten spielerisch das Kaufen und Verkaufen. Auch Verkaufsgespräche sowie das richtige Bezahlen und das Rückgeldgeben wurden geübt.

Zuerst verkauften die Kinder an ihren eigenen Ständen, später arbeiteten sie auch an den Ständen der anderen Kinder. So lernten sie zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Neben dem fachlichen Lernen wurden auch überfachliche Kompetenzen wie Kreativität, Problemlösefähigkeit und soziales Miteinander gefördert.

Den Höhepunkt des Projekts bildete unsere Marktwoche. Wir luden an verschiedenen Tagen verschiedene Kindergarten- und Unterstufenklassen sowie eine Mittelstufenklasse ein, die bei uns einkaufen konnten. Zum Abschluss kamen auch die Eltern vorbei, spielten gemeinsam mit den Kindern und konnten sehen, was die Kinder in dieser Zeit alles gelernt hatten.

Die Kinder waren während des ganzen Projekts sehr motiviert, freudig und stolz auf ihre Arbeit. Jeden Tag fragten sie: „Spielen wir heute wieder Markt?“ Ich bin sehr stolz darauf, was die Kinder in dieser Zeit gemeinsam gelernt und geschaffen haben.

Die Bilder geben Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Arbeit.